Ausrüstung 10 Min. Lesezeit

Ellipsentrainer vs. Crosstrainer: Unterschied und 7 Kaufkriterien

Gleiches Gerät, anderer Name? Wir klären den Unterschied, zeigen die Studienlage zur Gelenkbelastung und nennen die wichtigsten Kaufkriterien.

Zwei Ellipsentrainer vor einer großen Fensterfront mit Blick auf eine Stadt

Ein Ellipsentrainer gehört zu den beliebtesten Ausdauergeräten in Fitnessstudios und Wohnzimmern. Kaum ein anderes Gerät verbindet so viel Bewegung mit so wenig Stoß für die Gelenke. Gleichzeitig sorgt schon der Name für Verwirrung: Im Laden stehen Crosstrainer, Ellipsentrainer und Ellipticals nebeneinander, und oft ist nicht klar, ob das drei Geräte sind oder nur drei Namen für dasselbe.

Dieser Ratgeber klärt den Unterschied, zeigt dir, was die Forschung zur Gelenkbelastung sagt, und erklärt die Kaufkriterien, die wirklich zählen. So findest du ein Gerät, das zu deinem Körper, deinem Raum und deinen Zielen passt.

Kurz gesagt: Ein Ellipsentrainer führt die Füße auf einer elliptischen Bahn, ohne dass sie den Kontakt zu den Pedalen verlieren. Das senkt Stoßbelastungen im Vergleich zum Gehen und Laufen. Crosstrainer ist im Handel meist ein Synonym. Wer unterscheidet, meint mit Ellipsentrainer oft Geräte mit längerer, flacherer Schrittbahn. Beim Kauf zählen Schrittlänge, Stabilität und Bremssystem.

  • Beide Begriffe bezeichnen im Alltag meist dasselbe Prinzip.
  • Die Füße bleiben auf den Pedalen, deshalb fallen Stoßbelastungen geringer aus als beim Laufen.
  • Hüfte und Knie arbeiten dafür in stärkerer Beugung, das sollten Menschen mit Kniebeschwerden wissen.
  • Schrittlänge, Pedalabstand und Standfestigkeit sind wichtiger als viele Programme.
  • Vor dem Kauf lohnt sich ein Probetraining auf mehreren Geräten.

Ellipsentrainer oder Crosstrainer: Gibt es einen Unterschied?

Die ehrliche Antwort lautet: technisch kaum, sprachlich manchmal. Beide Geräte führen deine Füße auf einer geschlossenen, ovalen Bahn. Die Arme arbeiten über bewegliche Griffstangen mit, die gegenläufig zu den Beinen schwingen. Die Bewegung erinnert an eine Mischung aus Gehen, Laufen und Skilanglauf.

Im deutschsprachigen Handel hat sich Crosstrainer als Oberbegriff durchgesetzt. Der englische Begriff Elliptical Trainer wurde mit Ellipsentrainer übersetzt. Viele Händler verwenden beide Wörter deshalb gleichbedeutend.

Wenn Hersteller doch unterscheiden

Manche Anbieter grenzen die Begriffe nach Bauart ab. Dann steht Crosstrainer eher für kompakte Geräte mit einer runderen, kürzeren Bahn. Als Ellipsentrainer werden häufiger Modelle bezeichnet, deren Bahn länger und flacher ausfällt und damit dem natürlichen Gehen näherkommt. Eine verbindliche Norm für diese Trennung gibt es nicht. Verlass dich deshalb nicht auf den Namen, sondern auf die technischen Daten.

Front- oder Heckantrieb

Ein echter konstruktiver Unterschied betrifft die Lage der Schwungmasse. Sitzt sie vorne, spricht man von Frontantrieb. Diese Geräte stehen oft etwas aufrechter, die Bewegung wirkt eher wie leichtes Bergaufgehen. Beim Heckantrieb liegt die Schwungmasse hinten, die Bahn wird häufig flacher. Welche Variante dir besser liegt, merkst du am schnellsten beim Ausprobieren.

Wie gelenkschonend ist ein Ellipsentrainer wirklich?

Der größte Pluspunkt ist der fehlende Aufprall. Beim Laufen landest du bei jedem Schritt mit einem Vielfachen deines Körpergewichts. Auf dem Gerät bleiben die Füße auf den Pedalen, es gibt keine Flugphase und keinen harten Fersenaufsatz.

Das bestätigt eine biomechanische Studie in Medicine and Science in Sports and Exercise. Die Forschenden verglichen elliptisches Training mit normalem Gehen. Die vertikalen Kräfte und die Belastungsraten um den Fußaufsatz waren auf dem Gerät geringer. Gleichzeitig beugten sich Hüfte, Knie und Sprunggelenk stärker, und die Momente an Hüftbeugern und Kniestreckern fielen höher aus.

Was das für dich bedeutet

Gelenkschonend heißt also nicht belastungsfrei. Das Gerät nimmt den Stoß heraus, verlagert aber Arbeit auf die Oberschenkelvorderseite und das Kniegelenk. Die Autorinnen und Autoren der Studie empfehlen, Gelenkfunktion und Muskelkraft, vor allem am Knie, bei Training und Rehabilitation zu berücksichtigen.

Für viele Menschen ist das Gerät trotzdem eine sehr gute Wahl, etwa bei Übergewicht, nach einer Laufpause oder als Ergänzung zum Lauftraining. Wenn du Knieprobleme hast oder nach einer Verletzung wieder einsteigst, sprich vorher mit deiner Ärztin, deinem Arzt oder einer Physiotherapeutin. Bei anhaltenden Schmerzen während oder nach dem Training gilt das ebenso.

Frau trainiert im Fitnessstudio auf einem Ellipsentrainer
Die Füße bleiben auf den Pedalen, deshalb fehlt der harte Aufprall. Foto: ŞULE MAKAROĞLU / Unsplash

Ellipsentrainer im Vergleich zu Laufband und Ergometer

Wer zu Hause Ausdauer trainieren will, steht meist vor drei Optionen. Jede hat ihre Stärken. Die Tabelle fasst die wichtigsten Unterschiede zusammen:

Kriterium Ellipsentrainer Laufband Fahrradergometer
Stoßbelastung gering, keine Flugphase höher, vor allem beim Laufen gering, sitzende Position
Beteiligte Muskulatur Beine, Gesäß, mit Griffstangen auch Oberkörper vor allem Beine und Rumpf vor allem Beine
Nähe zum Laufen mittel hoch gering
Platzbedarf mittel bis groß groß gering
Geräusch meist leise lauter, Motor und Aufprall meist leise

Wer gezielt für einen Lauf trainiert, kommt um echtes Laufen nicht herum, denn Sehnen und Knochen brauchen die spezifische Belastung. Als Ergänzung an Ruhetagen oder für aktive Erholung ist der Ellipsentrainer dagegen ideal. Wenn du eher zum Laufband tendierst, findest du im Beitrag zum Laufbandtraining für Anfänger alle wichtigen Einstellungen.

Ellipsentrainer kaufen: 7 Kriterien, die wirklich zählen

Hochglanzprospekte werben mit Programmen, Apps und Bildschirmen. Für dein Training sind andere Punkte wichtiger. Diese sieben Kriterien helfen dir bei der Auswahl:

  1. Schrittlänge: Sie bestimmt, wie natürlich sich die Bewegung anfühlt. Großgewachsene Menschen brauchen eine längere Bahn, sonst wirkt der Schritt abgehackt. Probiere das Gerät in deiner Körpergröße aus und achte darauf, dass du nicht trippelst.
  2. Pedalabstand: Liegen die Pedale weit auseinander, steht das Becken breiter als beim Gehen. Ein schmaler Abstand ist für Hüfte und Knie meist angenehmer.
  3. Stabilität: Das Gerät darf auch bei kräftigem Armeinsatz nicht wackeln. Achte auf maximales Benutzergewicht, solide Griffstangen und einen stabilen Rahmen.
  4. Bremssystem: Magnetbremsen arbeiten leise und verschleißarm. Bei elektronisch geregelten Systemen lässt sich der Widerstand fein und während des Trainings verstellen.
  5. Rundlauf: Die Bewegung sollte gleichmäßig sein, ohne tote Punkte am Ende der Bahn. Das hängt von Schwungmasse, Übersetzung und Verarbeitung ab.
  6. Platz und Deckenhöhe: Miss die Stellfläche und rechne die Pedalhöhe zu deiner Körpergröße hinzu. In Räumen mit Dachschrägen wird es schnell eng.
  7. Sicherheit und Material: Bewegliche Teile sollten so verkleidet sein, dass Füße und Kinderhände nicht eingeklemmt werden. Griffe und Pedalbeläge sollten nicht unangenehm riechen.

Warum Probetraining so wichtig ist

Wie wichtig eine sorgfältige Prüfung ist, zeigte ein Test der Stiftung Warentest zu Crosstrainern aus dem Jahr 2022. Die Prüferinnen und Prüfer bemängelten bei mehreren Geräten Stabilitätsprobleme an den Haltestangen, Quetschgefahren an beweglichen Teilen, Schadstoffe in Griffen und ungenaue Trainingsdaten. Ein hoher Preis war dabei kein Garant für Qualität.

Teste deshalb vor dem Kauf mindestens zehn Minuten auf jedem Gerät, das infrage kommt. Trag dabei deine Trainingsschuhe und steigere den Widerstand, damit du merkst, wie stabil der Rahmen unter Last bleibt.

Pulsmessung realistisch einschätzen

Viele Geräte haben Handpulssensoren in den feststehenden Griffen. Sie liefern nur Werte, solange du die Griffe festhältst, und sind oft ungenauer als ein Brustgurt. Wer nach Pulsbereichen trainieren möchte, koppelt besser einen Brustgurt oder eine Sportuhr.

Ältere Frau beim Ausdauertraining im Fitnessstudio
Gleichmäßiges Ausdauertraining eignet sich für viele Altersgruppen. Foto: Centre for Ageing Better / Unsplash

So trainierst du richtig auf dem Ellipsentrainer

Die Bewegung wirkt simpel, trotzdem schleichen sich schnell Fehler ein. Mit diesen Punkten holst du mehr aus jeder Einheit:

  • Aufrecht stehen: Lehne dich nicht auf die Griffe. Brust offen, Blick nach vorn, Rumpf leicht angespannt.
  • Ganzer Fuß auf dem Pedal: Drück über die gesamte Fußsohle und nicht nur über die Zehen, sonst schlafen die Füße schneller ein.
  • Arme aktiv einsetzen: Schieben und Ziehen an den Griffstangen bezieht Schultern, Brust und Rücken mit ein.
  • Widerstand statt Tempo: Ein gleichmäßiger Rhythmus mit spürbarem Widerstand ist effektiver als hektisches Treten ohne Last.
  • Rückwärts treten: Viele Geräte erlauben die Gegenrichtung. Das bringt Abwechslung und verschiebt die Belastung etwas zur Oberschenkelrückseite und zum Gesäß.

Beispielwoche für Einsteigerinnen und Einsteiger

Die Leitlinien der Weltgesundheitsorganisation zu Bewegung empfehlen Erwachsenen pro Woche 150 bis 300 Minuten moderate oder 75 bis 150 Minuten intensive Ausdaueraktivität. Das Gerät macht es leicht, diese Zeit zu sammeln. So kann ein Einstieg aussehen:

  • Tag 1: 25 Minuten locker, du kannst dich dabei gut unterhalten.
  • Tag 2: Pause oder Krafttraining.
  • Tag 3: 30 Minuten mit fünf Abschnitten zu je einer Minute mit höherem Widerstand.
  • Tag 4: Pause.
  • Tag 5: 35 bis 40 Minuten locker bis moderat.

Steigere zuerst die Dauer, danach die Intensität. Wer Intervalle mag, kann die Prinzipien aus unserem Beitrag zum Intervalltraining auf das Gerät übertragen.

Für wen eignet sich ein Ellipsentrainer besonders?

Das Gerät ist ein Allrounder, doch einige Gruppen profitieren besonders deutlich:

  • Menschen mit höherem Körpergewicht, die Ausdauer aufbauen wollen, ohne bei jedem Schritt hohe Stoßkräfte abzufangen.
  • Läuferinnen und Läufer in Verletzungspausen oder an Tagen, an denen die Beine Erholung brauchen, sofern Ärztin oder Arzt zustimmen.
  • Ältere Trainierende, die ein sicheres, gleichmäßiges Ausdauertraining suchen.
  • Berufstätige mit wenig Zeit, die zu Hause unabhängig von Wetter und Öffnungszeiten trainieren möchten.

Weniger geeignet ist das Gerät, wenn du konkret auf einen Wettkampf im Laufen hinarbeitest oder wenn deine Knie bei starker Beugung schmerzen. Dann ist ein Fahrradergometer mit angepasster Sattelhöhe oder ein Mix aus verschiedenen Sportarten oft die bessere Lösung.

Ausdauer und Kraft sinnvoll kombinieren

Ausdauertraining allein reicht für einen fitten Körper nicht aus. Die Weltgesundheitsorganisation rät Erwachsenen zusätzlich zu muskelkräftigenden Übungen an mindestens zwei Tagen pro Woche. Das Gerät lässt sich dafür gut einbinden: Zehn Minuten lockeres Treten wärmen Muskeln und Gelenke vor dem Krafttraining auf, und eine ruhige Einheit danach hilft beim Herunterfahren.

Wer ohne Studio trainiert, kann beides im eigenen Wohnzimmer verbinden. Anregungen für Übungen mit und ohne Geräte findest du in unserem Beitrag zum Krafttraining zu Hause. Achte darauf, an harten Krafttagen die Ausdauereinheit kurz und locker zu halten, damit die Regeneration nicht leidet.

Pflege und Wartung: So bleibt dein Gerät leise

Ein gut gepflegtes Gerät läuft leiser und länger. Wisch nach jedem Training Schweiß von Griffen, Display und Rahmen ab, denn Salz greift Lack und Metall an. Prüfe alle paar Wochen, ob Schrauben an Pedalarmen und Griffstangen fest sitzen. Knarzt oder klackt es, liegt die Ursache meist an einer gelockerten Verbindung.

Stell das Gerät auf eine ebene Fläche und nutze eine Bodenschutzmatte. Sie dämpft Vibrationen und schont den Boden. Beachte außerdem die Wartungshinweise in der Bedienungsanleitung, denn die Anforderungen an Schmierung und Riemen unterscheiden sich je nach Bauart.

Häufige Fragen zum Ellipsentrainer

Was ist der Unterschied zwischen Ellipsentrainer und Crosstrainer?

Im Alltag meist keiner. Beide Begriffe beschreiben Geräte, bei denen die Füße auf einer ovalen Bahn laufen und die Arme über Griffstangen mitarbeiten. Wenn Hersteller unterscheiden, steht der Ellipsentrainer oft für eine längere, flachere Schrittbahn. Eine verbindliche Definition gibt es nicht, deshalb solltest du auf die technischen Daten achten.

Ist ein Ellipsentrainer gut für die Knie?

Er senkt Stoßbelastungen, weil die Füße auf den Pedalen bleiben. Eine Studie zeigte aber, dass Knie und Hüfte dabei stärker gebeugt werden und die Kniestrecker mehr arbeiten als beim Gehen. Für viele Menschen ist das gut verträglich. Bei bestehenden Kniebeschwerden solltest du das Training vorher ärztlich oder physiotherapeutisch abklären.

Wie lange sollte man auf dem Crosstrainer trainieren?

Für Einsteigerinnen und Einsteiger sind 20 bis 30 Minuten an zwei bis drei Tagen pro Woche ein guter Start. Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen insgesamt 150 bis 300 Minuten moderate Ausdaueraktivität pro Woche. Steigere zuerst die Dauer und erst danach den Widerstand, damit sich Muskeln und Gelenke anpassen können.

Welche Schrittlänge sollte ein Ellipsentrainer haben?

Die passende Schrittlänge hängt von deiner Körpergröße ab. Großgewachsene Menschen brauchen eine längere Bahn, damit die Bewegung natürlich wirkt und sie nicht trippeln. Am zuverlässigsten findest du das beim Probetraining heraus. Vergleiche mehrere Geräte und achte darauf, ob sich der Schritt rund und ohne Ruckeln anfühlt.

Kann man mit dem Crosstrainer abnehmen?

Ja, das Training erhöht den Energieverbrauch und kann eine Gewichtsabnahme unterstützen. Entscheidend sind aber Regelmäßigkeit, Dauer und vor allem die Ernährung. Kombiniere Ausdauereinheiten idealerweise mit Krafttraining, damit du Muskulatur erhältst. Wie stark du abnimmst, hängt von vielen individuellen Faktoren ab und lässt sich nicht pauschal vorhersagen.

Titelbild: HANS-Y / Unsplash

DK

Ressortleitung Ausrüstung

David Kranz

David Kranz verantwortet das Ressort Ausrüstung. Er vergleicht Laufschuhe, Sportuhren und Outdoor-Equipment nach klaren Kriterien und erklärt, welche Funktionen ihr Geld wert sind und welche nicht.

Weitere Artikel

Nach oben scrollen